Eine kleine Chronik der Schneetalalm...

 

Die Schneetalalm in neuem Glanz.
Die Alm im Schneetal hat eine sehr bewegte Geschichte, da es bei der Aufteilung der Aschauer Melkalpen Ende des neunzehnten Jahrhunderts große Schwierigkeiten gab. Im Bereich des Alpenrosenweges besaßen die Weißenbacher zwei Sennhütten, die jedoch ständig von Lawinen bedroht waren. Sie bekamen daher die Weide im Hinterberg als Alpe zugewiesen, die Bauern waren aber nicht damit einverstanden, da sie an den Weiderechten und Melkalpen den meisten Anteil hatten. Damals weideten in diesem Bereich an die 300 Stück Melkvieh. Die Weißenbacher konnten schließlich mit Bergmähdern im Hinterjoch und einem Betrag von 1.454 Gulden (ca. 13.000 Euro) zufriedengestellt werden.

In den Jahren 1951 bis 1954 wurde die zweite Schneetalsennhütte erbaut. Dazu waren neben bezahlten Leistungen fünfzig Tagschichten für Aufräumarbeiten und Wegbauarbeiten nötig. Als Baumaterial waren 150 Festmeter Nutzholz und 300 Sack Zement notwendig, die mit der Seilbahn von Höfen aus bis zur Höfener Alm und von dort teils mit Tragtieren oder durch Kraxenträger antransportiert wurden. Ein Sack Zement, geliefert bis ins Schneetal, kostete damals 41,25 Schilling. Der Gesamtaufwand belief sich auf 239.000 Schilling, etwa 17.400 Euro.

 
 
 

 

Im Jahre 1962 folgte der Bau der Milchleitung nach Nesselwängle, die aber wegen zahlreicher Beschädigungen durch Lawinen und Muren nach fünf Jahren aufgelassen wurde. Bis Ende 1960 wurde Vieh über den Höfener Berg zur Schneetalalm aufgetrieben. Gegen Ende der Siebziger Jahre hielt der damalige Pächter Hans Scheiber für eine kurze Zeit Vieh und bewirtschaftete die Schneetalalm bis 2003.
2004 übernahm Karin Ried als neue Pächterin die Alm. Das Dach musste 2006 erneuert werden. Ein Hubschrauber flog 17 mal mit dem notwendigen Material und mit mehreren Tagschichten der Berechtigten und Freiwilligen wurde das Dach erneuert.

 
 
 

Bis Ende Juli 2006 wurden die Filtersackkläranlage und ein neuer Trinkwasserbehälter in Betrieb genommen. In den ersten zwei Jahren erfüllte die Pächterin Karin Ried aber auch die behördlichen Auflagen im Innern der Hütte. Seit 2006 hält die Pächterin erstmals seit langem 32 Ziegen und zwei Pferde im Schneetal.

 
 
 

So lädt die Schneetalalm, eine schöne, urige Almhütte in gutem Zustand und eine der wenigen bewirtschafteten Hütten, welche weder Materialseilbahn noch Fahrweg besitzen, mit einem herrlichen Ausblick auf Nesselwängle und den Haldensee den Wanderer zur Rast und zum gemütlichen Verweilen ein.

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